Kommunale IT im Blockchain-Dialog - RegioIT Blog
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Kommunale IT im Blockchain-Dialog

Am 07.02.2019 tagte die VITAKO-Projektgruppe Blockchain in Köln. Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet beschäftigten sich hier intensiv mit dem Thema Self-Sovereign Identity (SSI). Hierzu hat der Blockchain-Bundesverband im Oktober 2018 ein umfassendes Positionspapier veröffentlicht.

 

Kai Wagner, Business Developer der Firma Jolocom, stellte anhand einer Demo die SSI-Lösung von Jolocom vor. In der Projektgruppe wurde darüber diskutiert, inwieweit diese Lösung einer Self-Sovereign Identity auf Smart Devices eine Alternative zum Identity Management darstellt, wie es heute Bürgerinnen und Bürgern durch die Servicekonten von Bund und Ländern angeboten wird.

 

Mit SSI zu mehr Datensouveränität
Perspektivisch ist es denkbar, dass eine Blockchain-Infrastruktur auf Basis öffentlicher Rechenzentren das Rückgrat für diese Lösung bilden kann. Wie ich bereits berichtete, ist die regio iT seit Ende 2018 Mitglied im Konsortium Sovrin. Um in den Projekten zu den Digitalen Modellregionen Nordrhein-Westfalen die Integration dieser blockchainbasierten Identity-Lösungen zu entwickeln, zu testen und auszuprobieren, wird die regio iT ihre Zusammenarbeit mit Jolocom und Sovrin weiter ausbauen.

 

Spannend auch die Präsentation von Stephan Noller, CEO der Firma ubirch: Er zeigte anhand einer Public Private Key-Struktur für Sensorik in Verbindung mit der Blockchain-Technologie, wie eine durchgängige sichere und nachvollziehbare Lösung zur Datenübertragung aufgebaut werden kann – vom Sensor bis zur Datenauswertung. Ein Beispiel dafür, wie auf Basis einer Datennotar-Lösung eine Messung von Service Level Agreements in Rechenzentren erfolgen kann.

 

Neben den Perspektiven der Blockchain-Lösung beschäftigten sich die Tagungsteilnehmer auch mit der Bedeutung einer zukünftigen Goverment Infrastructure. Hier habe ich noch einmal auf die europäischen Entwicklungen zum Thema hingewiesen, mehr hierzu in meinem Beitrag vom 21. November 2018.

 

Bericht aus dem NRW-Reallabor
Ebenfalls zur Blockchain tagte am 08.02.2019 die Arbeitsgruppe der kommunalen IT-Dienstleister aus NRW, nun in Aachen. Hier berichteten Dr. Michael Schmitt, Leiter der Anwendungsentwicklung der regio iT, und ich über das anstehende govchain-Projekt in NRW im Rahmen der Digitalen Modellregionen. Wir wollten deutlich machen, welche Möglichkeiten die Blockchain-Technologie grundsätzlich bietet und welche konkreten Anwendungsfälle sich für NRW abzeichnen.

 

Das govchain-Reallabor zeigt, dass die Möglichkeiten der Blockchain im Umfeld von Internet of Things und im Kontext der Validierung und Überprüfung von Registereintragungen für Bürger/-innen sowie Unternehmen riesig sind. Immer dann, wenn sie Bescheinigungen des öffentlichen Sektors für ihre Geschäftsprozesse benötigen. Und das ist auch das Ziel der zu entwickelnden Lösungen, die gemeinsam mit den kommunalen Rechenzentren in einem Reallabor ausprobiert werden sollen: die Senkung der Transaktionskosten.

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